Die Reitbahngesellschaft


Über 100 Jahre Reitbahngesellschaft

Die Reitbahngesellschaft  St. Jakob blickt auf ihr über 100 jähriges Bestehen zurück. Am 27. August 1908 beschliesst die konstituierende Generalversammlung im Stadtcasino Basel unter dem Präsidium von Herrn Alfred Vischer die Erstellung einer doppelten Reitbahn an der Grosspeterstrasse in Basel. Die Geschichte der Reitbahngesellschaft St. Jakob nimmt Ihren Lauf. Es warten viele Herausforderungen und einige Schicksalsschläge, die zu diesem Zeitpunkt keiner vermuten konnte.

Wichtige Daten in der Geschichte der Reitbahngesellschaft

1908 – Am 27. August beschliesst die konstituierende Generalversammlung im Stadtcasino Basel unter dem Präsidium von Herrn Alfred Vischer die Erstellung einer doppelten Reitbahn an der Grosspeterstrasse in Basel.

1909 – Bau der grossen Reitbahn, deren eine Teil von den Mitgliedern und der andere Teil vom Pächter benützt wird.
1910 – Pächter Orazio Zanotti verfügt über 10 Mietpferde.
1911 – Georges Fürstenberger wird Präsident.
1913 – In den Pächterstallungen bricht Brustseuche (ansteckende Lungen-Brustfell-Entzündung) aus.
1915 – Unterbruch der Reittätigkeit bei Kriegsausbruch. Die Reitbahn wird während einiger Tage als Unterkunft für aus dem Elsass ausgewiesene Italiener benützt.
1916 – Der neue Pächter, Herr Leuenberger verfügt über 38 Mietpferde.
1918 – Da Gas für Leucht- und Heizzwecke nur sehr beschränkt verwendet werden darf, wird elektrisches Licht eingerichtet.

1921 – 
Erstmals wird ein Musikreiten durchgeführt.
1922 – Rudolf La Roche wird Präsident.
1924 – Brand des Heubodens über den Ställen, alle Pferde können gerettet werden.
1927 – Fusion mit der Reitbahngesellschaft St. Alban.
1928 – Mit dem reiterlichen Niveau in Basel steht es nicht zum Besten! Herr Dr. Albert Mylius spricht von “Soldatenreiterei“!
1930 – Das Musikreiten wird erstmals mit Grammophon und ohne Orchester durchgeführt. Die Doppel-Reitbahn wird grosse Reitbahn. Eine neue, kleine Reitbahn für den Pächter wird eingeweiht.
1931 – Erstmals wird ein Hallenspringen veranstaltet.
1932 – Rudolf De Bary wird Präsident.
1935 – Jakob Leuenberger stirbt. Der Betrieb wird von seiner Witwe und Baron Skrebensky weitergeführt.
1936 – Adolphe Mercier (ehem. Reitlehrer bei der E.R.P.A. in Thun) wird neuer Pächter.
1937 – Erstmalige Durchführung des “Weekend des Pferdes“.
1938 – Fritz Jmhoff wird Präsident.

1940 – Eingeschränkter Betrieb während der Mobilisation.
1944 –
Das Bombardement amerikanischer Bomberflugzeuge verursacht ein Schaden von Fr. 28’000.00. Die Schäden durch die militärische Requisition der Bahnen belaufen sich auf rund Fr. 21’000.00. Alfred Voster wird Präsident.
1946 – Am Stephanstag wird zum ersten Mal ein Musikreiten durchgeführt.
1947 – Georges Quillet übernimmt die Pacht.
1952 – Das “Weekend des Pferdes“ fällt wegen Erkrankung des Pächters aus.
1954 – Gérard Haccius wird neuer Pächter.
1958 – Unter dem Präsidium von Herrn Dr. Heinrich Hagenbach begeht die Reitbahngesellschaft die Vollendung des ersten halben Jahrhunderts ihres Bestehens feierlich.

1962 – In einer denkwürdigen Generalversammlung beschliessen die Mitglieder mit überwältigendem Mehr, grundsätzlich einem Verkauf der alten Reitbahn zuzustimmen, das Kapital aber zusammenzuhalten und dafür eine neue Anlage anzuschaffen.
1963 – Der seit 10 Jahren mit grossem Erfolg wirkende Pächter, Gérard Haccius, hat zu allgemeinem Bedauern die Pacht aufgegeben, um sich in Irland einer anderen reitsportlichen Tätigkeit zu widmen. Pächter wird Herbert Kögler, Mitglied der Gesellschaft.
1966 – Günther Langer übernimmt die Pacht.
1971 – Im Sommer können die neuen, nach den Plänen von Architekt Werner Stamm errichteten Anlagen in Bätttwil bezogen werden. Die grosse Nachfrage nach Pensionsplätzen führt allerdings dazu, dass Zitat: “manchmal Pferde an Orten angetroffen werden, die dafür nicht geschaffen sind. Wenn aus Lucken und und Schränken Pferdeköpfe hervorschauen, fühlt man sich an den letzten Akt des “Rosenkavalier“ gemahnt.“
1973 – Henry A. Sarasin wird Präsident. Tommi Gretener übernimmt den Betrieb.
1977 – Nach vierjähriger Tätigkeit übergibt Thommi Gretener den Betrieb an Françis Racine. Beide Pächter verstehen es, die Reitschule und die Pferdepension erfolgreich zu führen und einen angeregten Reit- und Ausbildungsbetrieb zu gewährleisten.
1978 – Einen Höhepunkt in der Vereinstätigkeit bildeten die erstmals in Bättwil organisierten Schweizer-Meisterschaften der Dressurreiter.

1983 – Mit einem Festakt feiert die Reitbahngesellschaft unter dem Präsidenten Herrn Prof. Pascal Simonius ihr 75-jähriges Jubiläum.
1997 – Herr Dr. Beat Pfrunder wird zum neuen und aktuellen Präsidenten gewählt.
1999 – Herr Peter Zurbrügg übernimmt die Pacht von Herrn Racine.

2000 – Auswechseln der Tretschicht und neue Drainage beim Dressurviereck. Installation einer Bewässerungsanlage.
2002 – Die Sanierung des Dressurvierecks für Fr. 50’000.- wird beschlossen.
2003 – Seit Dezember ist Herr Felix Graf der Pächter der Reitanlage.
2004 – Erneuerung der Hallendecke in der Privathalle. Kauf von 5000 m2 Weideland (zusätzlich zur schon gepachteten Weidefläche). Dies ermöglicht zusätzliche Pferdeweiden anzubieten.
2006 – Die Generalversammlung vom 20. Juni beschliesst den Bau einer Pferdeführanlage.
2007 – Die Boxenfronten werden für Fr. 85’000.- erneuert und die Benutzungsgebühren für Mitglieder und Benutzer werden neu festgelegt.
2008 – Am 27. August findet auf den Tag genau 100 Jahre nach der Gründung der Gesellschaft der Jubiläumsanlass statt. Nach einer beeindruckenden Vorführung über die Geschichte des Pferdes und der Reitbahngesellschaft in der Reithalle, findet dieser gedenkwürdige Tag seinen krönenden Abschluss im Bottminger Schloss.

Die seit über viele Jahrzehnte gepflegten Reitübungen, wie „Rytkämmerli“ und „Mittwochsklasse“ – über die Winterzeit in Melone und dunklem Reitanzug – und das Musikreiten am Stephanstag, finden immer noch Anklang. Mit Befriedigung darf man auch eine Verjüngung des Mitgliederbestandes konstatieren, welche der grossen Wertschätzung, die die Gesellschaft für ihre alten Mitglieder und ihre stets mit grosser Treue beteiligten Angehörigen hegt, keinen Abbruch tut.